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ISO 9001 Checkliste: Audit-Vorbereitung in 30 Tagen

Diese Checkliste begleitet KMU pragmatisch durch die letzten 30 Tage vor dem Zertifizierungs- oder Überwachungsaudit. Vier Phasen, klare Aufgaben, keine Norm-Folklore. Punkt für Punkt abhaken, was im Betrieb tatsächlich steht — und dort vertiefen, wo noch Lücken sind.

So nutzen Sie die Checkliste: Drucken Sie die Seite aus oder speichern Sie sie als PDF (Browser → Drucken → „Als PDF speichern"). Pro Phase eine Woche — wer früher fertig ist, gewinnt Puffer für die Korrektur­maßnahmen.

Tag 1–7 · Standortbestimmung

  • Geltungsbereich (Scope) schriftlich festhalten — was wird zertifiziert, was nicht.
  • Kontext der Organisation: interne/externe Themen, interessierte Parteien (Kunden, Behörden, Lieferanten).
  • Aktuelle Prozesslandkarte sichten — fehlende Kernprozesse stichwortartig ergänzen.
  • Bestehende Dokumente einsammeln: Handbuch, Verfahrens­anweisungen, Formulare.
  • QM-Beauftragten und Audit-Lead nominieren, Geschäftsleitung informieren.

Tag 8–14 · Dokumentation schlank halten

  • QM-Politik aktuell? Datum, Unterschrift der Geschäftsleitung prüfen.
  • Ziele pro Prozess: messbar, mit Verantwortlichem und Termin.
  • Dokumentenlenkung: gültige Versionen, Freigabe, Verteilung nachvollziehbar.
  • Aufzeichnungen (Records): Aufbewahrungsfristen definiert und eingehalten.
  • Kompetenz­matrix der Mitarbeitenden auf aktuellem Stand.

Tag 15–21 · Prozesse & Risiken

  • Risiken und Chancen je Kernprozess dokumentiert (kein Excel-Monster — eine Seite reicht).
  • Korrektur­maßnahmen aus letzten Audits/Reklamationen: Status nachverfolgt und abgeschlossen.
  • Lieferanten­bewertung: Kriterien, Bewertung, Konsequenzen sichtbar.
  • Kundenzufriedenheit: aktuelle Messung vorhanden (Befragung, NPS, Reklamations­quote).
  • Kennzahlen pro Prozess: erhoben, ausgewertet, im Managementreview verwendet.

Tag 22–27 · Internes Audit & Managementreview

  • Internes Audit durchgeführt, alle Kernprozesse abgedeckt, Bericht vorhanden.
  • Auditfeststellungen mit Maßnahmen, Verantwortlichen und Terminen versehen.
  • Managementreview mit Geschäftsleitung durchgeführt — Input/Output gemäß Norm 9.3.
  • Beschlüsse aus Review schriftlich, Maßnahmen­plan abgeleitet.
  • Sensibilisierung Belegschaft: alle wissen, was sie beim Audit erwartet.

Tag 28–30 · Audit-Tag im Griff

  • Audit­plan der Zertifizierungs­stelle vorliegend, Ansprechpartner pro Prozess definiert.
  • Räume, Beamer, Zugriff auf Dokumente und Aufzeichnungen vorbereitet.
  • Empfang des Auditors organisiert, Eröffnungs­gespräch mit Geschäftsleitung terminiert.
  • Frag-mich-ehrlich-Briefing: lieber sauber sagen 'wir arbeiten daran' als improvisieren.
  • Abschluss­gespräch: wer nimmt teil, wer dokumentiert die Feststellungen für die Nachbereitung.

Die häufigsten Stolpersteine im Audit

  • Ziele ohne Messgröße („Wir wollen besser werden" zählt nicht).
  • Risikoliste ohne Bezug zu Entscheidungen der Geschäftsleitung.
  • Managementreview als formale Übung statt als echtes Steuerungs-Instrument.
  • Korrektur­maßnahmen ohne Wirksamkeits­prüfung.
  • Dokumente in mehreren Versionen im Umlauf — Auditor merkt das sofort.

Begleitung statt Beratung — wenn die Checkliste nicht reicht

Wenn beim Durchgehen Lücken sichtbar werden und Zeit knapp wird: 2 Stunden Vor-Ort-Analyse durch Sandro liefern eine ehrliche Standortbestimmung und konkrete Sofort­maßnahmen — keine Folien, kein Norm-Vortrag.

Autor: Sandro Carbayo · 17 Jahre ISO-Beratung & Auditmanagement · 100% Audit-Erfolg in 90+ Projekten.